Übelkeit in der Schwangerschaft
Die ersten Wochen einer Schwangerschaft sind für viele Frauen die schwersten. Nicht, weil etwas schiefgeht. Sondern weil der Körper umstellt — und das spürt man.
Übelkeit gehört zu diesen ersten Wochen wie Müdigkeit. Bei manchen Frauen mild, bei anderen heftig. Manche kennen es nur morgens, andere den ganzen Tag. Es gibt keine Regel.
Was es gibt, sind Wege, damit umzugehen, ohne gleich zu Medikamenten greifen zu müssen.
Warum der Körper das macht
Die Übelkeit der ersten Wochen ist kein Fehler. Sie ist eine Schutzfunktion.
Im ersten Drittel der Schwangerschaft entstehen die Organe des Kindes. Eine Phase, in der der Embryo besonders empfindlich auf alles ist, was die Mutter zu sich nimmt. Die Übelkeit sorgt dafür, dass die Frau instinktiv vorsichtig isst — kein Fleisch, das nicht frisch ist, keine bitteren Kräuter, nichts Verdorbenes. In Zeiten ohne Kühlschrank war das überlebenswichtig.
Das heißt nicht, dass man sie aushalten muss. Aber es hilft manchmal, zu wissen, dass der Körper hier nicht spinnt. Er passt auf.
Was schnell hilft
Bei akuter Übelkeit ist die Nase der schnellste Weg. Ein Tropfen ätherisches Öl auf ein Taschentuch, drei tiefe Atemzüge — oft reicht das, um die Welle abklingen zu lassen.
Welche Öle dafür infrage kommen: Zitrone, Orange, Grapefruit, Limette, Mandarine. Auch Ingwer, Kardamom, Pfefferminze. Bei Pfefferminze vorsichtig sein — sie ist stark und wird in der Schwangerschaft uneinheitlich beurteilt. Wer ohne sie auskommt, kommt ohne sie aus.
Welche Öle dafür infrage kommen: Zitrone, Orange, Grapefruit, Limette, Mandarine. Auch Ingwer, Kardamom, Pfefferminze. Bei Pfefferminze vorsichtig sein — sie ist stark und wird in der Schwangerschaft uneinheitlich beurteilt. Wer ohne sie auskommt, kommt ohne sie aus.
Was im Hintergrund hilft
Neben dem akuten Mittel gibt es Dinge, die den ganzen Tag tragen.
Der Magen mag in dieser Zeit nichts Leeres und nichts Volles. Beides macht Übelkeit schlimmer. Was hilft, sind kleine Mengen, häufiger. Eine Handvoll Mandeln. Ein Stück Brot. Eine kleine Schale Reis. Vor dem Aufstehen schon etwas Trockenes essen — viele Frauen schwören auf einen Zwieback oder eine Reiswaffel auf dem Nachttisch.
Was auch hilft: kein Wasser zu den Mahlzeiten. Erst danach. Wasser auf einen vollen Magen verstärkt das Wogegefühl.
Ingwertee, schwach aufgegossen, nicht zu viel. Ingwer ist umstritten in der Schwangerschaft — in kleinen Mengen geht er, in großen nicht. Eine Tasse pro Tag ist die Obergrenze.
Wenn nichts mehr hilft
Es gibt eine Form der Schwangerschaftsübelkeit, die nicht mit Tee und Riechfläschchen zu lindern ist. Sie heißt Hyperemesis gravidarum. Frauen, die das haben, erbrechen so oft und so heftig, dass sie abnehmen, austrocknen, manchmal in die Klinik müssen.
Das ist keine starke Übelkeit. Das ist eine Erkrankung. Wer das Gefühl hat, dass es bei ihr in diese Richtung geht — wer mehr als fünf, sechs Mal am Tag erbricht, wer kein Wasser bei sich behält, wer das Gefühl hat, schwächer zu werden — gehört in ärztliche Behandlung. Sofort.
Aromaöle und alte Hausmittel sind hier nicht das Werkzeug der Wahl. Hier braucht es eine Klinik.
Was Frauen oft nicht erzählen
Was mir auffällt: Viele Frauen erleben die ersten Wochen einer Schwangerschaft als einsam. Außen ist nichts zu sehen. Sie dürfen vielleicht noch nicht reden, weil das Risiko einer Fehlgeburt in dieser Phase hoch ist. Aber innen passiert sehr viel — körperlich und seelisch.
Wenn die Übelkeit dazukommt, fühlen sich manche zusätzlich verlassen. Sie können nicht erklären, warum sie sich nicht freuen. Sie wollen sich freuen. Aber der Körper macht etwas anderes.
Das ist normal. Es geht vorbei. Bei den meisten Frauen mit Beginn der dreizehnten Woche, bei manchen früher, bei manchen später.
Bis dahin: ein Riechfläschchen in die Tasche. Trockenes Brot auf den Nachttisch. Geduld mit sich selbst.
Hinweis
Die hier genannten Öle sind in der Schwangerschaft als unbedenklich eingestuft, wenn sie äußerlich und in geringen Mengen verwendet werden. Wer Vorerkrankungen hat — Asthma, schwere Allergien, epileptische Anfälle in der Vorgeschichte — sollte vor der ersten Anwendung mit einer fachkundigen Person sprechen.
Kerstin Wilhelmina Tenn, Gründerin GM Synergy Blueprint. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.