Tees und Tinkturen für den Kinderwunsch
Kräuter sind alt. Älter als jede Klinik, älter als jede Apotheke. Vieles, was heute als Hormonpräparat in der Kinderwunschmedizin verschrieben wird, hat seine stille Vorgeschichte in Pflanzen, die Frauen seit Jahrtausenden kennen.
Was ich hier zeige, sind keine Wundermittel. Es sind Mischungen, die begleiten. Sie ersetzen keine Untersuchung, keine Diagnose, keine ärztliche Beratung. Sie können den Boden vorbereiten. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.
Wer mit Kräutern arbeitet, arbeitet langsam. Drei Zyklen sind das Minimum, um zu sehen, ob etwas wirkt. Wer schneller will, ist hier falsch.
Die Reinigung — Nestreinigungstee
Bevor etwas Neues kommen soll, ist es klug, einmal zu klären, was im Boden liegt. Dieser Tee ist dafür gedacht. Er räumt nicht aus, er spült.
20 g Gundelrebe, 20 g Frauenmantel, je 10 g Brennnesselblätter, Goldrute, Schafgarbenblüten, Stiefmütterchen, Storchenschnabel, Taubnesselkraut mit Blüten.
Zwei Teelöffel pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, acht Minuten ziehen lassen. Drei Tassen täglich, zwei Zyklen lang.
Wenn der Eisprung schwach ist
Manche Frauen haben einen Zyklus, in dem der Eisprung kaum stattfindet oder ganz ausbleibt. Das ist nicht selten. Es kann am Stress liegen, an der Erschöpfung, an der inneren Kälte, die viele in sich tragen, ohne es zu merken.
Eisprung-Tee:
30 g Damianablätter, 30 g echtes Eisenkraut, 20 g Beifußkraut, 20 g Rosmarin.
Zwei Teelöffel pro Tasse, acht bis zehn Minuten ziehen lassen. Drei Zyklen lang, jeweils vom Ausklingen der Blutung bis zum Eisprung drei bis vier Tassen täglich.
In der zweiten Zyklushälfte dann reiner Frauenmanteltee. Er begleitet die Phase, in der eine befruchtete Eizelle einen Platz sucht.
Wenn das Ei einen Platz braucht
Kinderwunsch-Tee: 40 g Himbeerblätter, 20 g Frauenmantel, je 10 g Storchenschnabel, Rosmarin, Muskatellersalbei, je 5 g Taubnesselblüten und Rotklee.
Zwei Teelöffel pro Tasse, zehn Minuten ziehen lassen. Zwei Tassen pro Tag, drei Zyklen lang. Dieser Tee unterstützt die Einnistung.
Wenn der Bauch kalt ist
Viele Frauen haben einen kalten Unterleib, ohne es zu wissen. Sie tragen dünne Kleidung, sitzen auf kalten Stühlen, schwimmen in kaltem Wasser. Das hat Folgen. Eierstöcke, die kalt sind, arbeiten weniger.
Konzeptionstee: 50 g Angelikawurzel, 50 g Beifuß, 40 g Damianablätter, 30 g Eisenkraut, 30 g Rosmarin.
Zwei Teelöffel mit 250 ml heißem Wasser überbrühen, zwölf Minuten ziehen lassen. Vom Ausklingen der Blutung bis zum Eisprung drei Tassen täglich.
Die Angelikawurzel — die Lichtbringerin für den Bauch — wärmt den Bauchraum. Die Hypophyse wird angeregt, die Eierstöcke arbeiten besser.
Drei Pflanzen, die einzeln Sinn ergeben
Nicht alles muss in eine Mischung. Manche Pflanzen tragen sich allein.
Die Taigawurzel
Vier Esslöffel auf einen Liter Wasser, kurz aufkochen, zehn Minuten stehen lassen. Vierzehn Tage lang zwei Tassen täglich. Dann Pause. Sie fördert das Gelbkörperhormon.
Wichtig: die Wurzel selbst, nicht ein Präparat.
Shatavari
Der wilde Spargel aus dem ayurvedischen Wissen. Drei bis sechs Gramm Pulver mit 200 ml Milch sieben Minuten einkochen. Zweimal täglich, vierzehn Tage lang. Die Pflanze reinigt die Schleimhäute der weiblichen Organe und baut sie auf.
Nachtkerzenöl
Von der Blutung bis zum Eisprung verbessert es die Qualität der Schleimhäute. Nach dem Eisprung wechselt man zu Flachssamenöl.
Was ich nicht sage
Ich sage nicht, dass diese Mischungen schwanger machen. Das tun sie nicht. Schwanger wird, wer schwanger wird, und die Gründe sind oft vielschichtig.
Was ich sage: Wer drei Monate lang einen Tee trinkt, der zu seinem Zyklus passt, gibt seinem Körper ein Signal. Das Signal lautet: ich kümmere mich. Ich schaue hin. Ich nehme dich ernst.
Manchmal reicht das Signal allein.
Hinweis
Heilkräuter wirken nicht bei jeder Frau gleich. Was der einen hilft, muss der anderen nicht helfen. Wer Medikamente einnimmt, muss die Kombination prüfen lassen. In der Schwangerschaft sind viele dieser Pflanzen nicht erlaubt — Beifuß, Eisenkraut, Rosmarin in höherer Dosierung gehören dazu. Wer unsicher ist, fragt.
Kerstin Wilhelmina Tenn, Gründerin GM Synergy Blueprint. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.